WAS ICH MACHE
Ich arbeite als Gestalterin und Kulturvermittlerin mit Schwerpunkt Erinnerungskultur und entwickle aus Recherche, Gesprächen und Ortsanalyse Ausstellungen, grafische Vermittlung und räumliche Konzepte.
© Mathea Kosse
MEINE GESCHICHTE
Meine Gestaltung kommt aus der praktischen Arbeit mit Material. An der Goldschmiedewerkbank und später im Fahrradladen habe ich gelernt, Metall nicht nur als Oberfläche zu sehen, sondern seine Möglichkeiten und Grenzen mitzudenken. Ein Entwurf muss sich am Ende auch bauen, verbinden, tragen und benutzen lassen.
Meine Hände fingen an einer Goldschmiedewerkbank an. Sie fühlten sich wohl in langsamer, geduldiger Handarbeit und darin, etwas zu schaffen, das eine Geschichte trägt. Irgendwann reichte mir das nicht mehr. Mir fehlte die Frage: Für wen gestalte ich eigentlich – und warum?
Seitdem begleitet mich der Gedanke von Eduardo Chillida, dass ein Werk Frage und Antwort zugleich sein kann. Gestalten und gleichzeitig das Gestaltete infrage stellen, ohne daraus ein abgeschlossenes Narrativ bauen zu müssen.
Diese Suche führte mich in die Erinnerungsarbeit. Dorthin, wo Geschichte lückenhaft ist, manche Stimmen viel Raum bekommen und andere kaum gehört werden. Heute verbinde ich dort mein Wissen über Material und Raum mit Grafik, Illustration, Kulturvermittlung und kritischer Praxis.
Ich recherchiere, dokumentiere, schreibe, gestalte und frage. Dabei interessiert mich nicht nur, was erzählt wird, sondern auch wer erzählt, wer gehört wird und welche Rolle ich selbst dabei einnehme. 
Meine Arbeit entsteht deshalb langsam: aus Beobachtung, Gesprächen, Recherche und einer autosoziobiografischen Reflexion. Nicht um einem Ort möglichst viel hinzuzufügen, sondern um herauszufinden, was bereits da ist – und was vielleicht nur sichtbar gemacht werden muss.
Ich habe bereits mit Gedenkstätten, dem Landesmuseum Hannover, kommunalen Verwaltungen und öffentlichen Auftraggebenden zusammengearbeitet – unter anderem im Kulturbüro de Landkreises Hildesheims sowie in Projekten mit einer Stadt als Auftraggeberin. Dadurch kenne ich die Zusammenarbeit zwischen Gestaltung, Vermittlung, Verwaltung und erinnerungskultureller Praxis.
 © Mathea Kosse
© Mathea Kosse